Weitwandern auf den großen Routen der Azoren

Ein Bericht über unsere Pilotreise

Wie weit kann man wandern auf den Azoren-Inseln Sao Jorge, Pico und Faial? Wie sind die Wege? Welche Unterkünfte gibt es entlang der Strecke? Das waren die ersten Fragen, die wir uns gestellt haben, als wir zum ersten Mal im Jahr 2017 von den Großen Routen auf den Azoren gehört haben. Diese Fernwanderwege ermöglichen es, fast alle Inseln der Azoren zu umrunden oder zu durchqueren. Die Wege auf Flores und Santa Maria kennen wir bereits – eine Pilotreise führt zum Weitwandern auf Faial, Pico und Sao Jorge.

Ein Beitrag von Sabine Heller

Was macht gerade die Zentralgruppe der Azoren attraktiv zum Weitwandern? Ganz klar: für das Inselhopping auf Faial, Pico und Sao Jorge sind keine Flüge zwischen den Inseln nötig, sondern man kann bequem mit der Fähre von Insel zu Insel hüpfen. Der am besten erreichbare internationale Flughafen ist auf der Insel Faial – dort sollte unsere Reise beginnen und enden.

Wir sitzen über Wanderkarten und wälzen Tourenbeschreibungen - im Juli soll die Pilotreise zum Weitwandern auf den Azoren starten. In 10 Tagen wollen wir so viel wie möglich selbst ausprobieren. … nicht alle Touren sind zu schaffen… wir versuchen zu eruieren, wo noch die größten Fragezeichen beim Weitwandern sind und abzuwägen, was wir selbst ausprobieren.

Auf Pico gibt es das Konzept der Großen Routen offiziell nicht. Auf der Karte gibt es einen 22 km langen Höhenweg, der sich fast über die ganze Länge der Insel zieht… das könnte funktionieren… wir fragen nach bei unseren Guides… und finden heraus, dass auf dem Caminho das Lagoas PR 19 PIC auch Autos fahren… also Fehlanzeige für unser Weitwandern. Die Wege an der Küste sind scheinbar nicht durchgehend… aber vielleicht würde es vor Ort ja doch funktionieren. Das müsste man ausprobieren.

Wir fangen an nach Unterkünften für's Weitwandern auf Pico zu suchen. Pico ist für den Sommer schon so gut wie ausgebucht. Alle unsere Unterkunftswünsche werden abgelehnt… wir möchten auf die Nordseite nach Sao Roque… nicht zu weit weg von den Wandertouren, die wir geplant haben, um die Anfahrtswege kurz zu halten. Ein Ferienhaus in der kleinen Anlage Aldeia das Adegas wäre noch möglich, 2 Kilometer außerhalb. Statt Rundumservice also Selbstverpflegung. Wir testen damit schon mal, wie man die Einkäufe für unsere Wandergäste organisieren kann und sind absolut positiv überrascht vom Service unserer Kollegen vor Ort - an alles haben sie gedacht - ein Traum.

Auf Sao Jorge verlassen wir uns auf die Kenntnisse unserer Kollegin. Sie meint man soll die Touren der Großen Route nicht unterschätzen und für's Weitwandern lieber anders unterteilen, da es sonst zu anstrengend wird. Wir beschließen das spontan vor Ort zu entscheiden, wenn wir es sehen. Auf Sao Jorge gibt es eine neue Unterkunft, die direkt an der Wanderroute liegt und wunderschön aussieht… wir fragen an, ob wir zwei oder drei Nächte dort wohnen dürfen und, welch ein Glück… der Aufenthalt im Landhaus Abrigo da Cascata wird auch kurzfristig bestätigt.

Blick auf die Fajã da Caldeira de Santo Cristo auf der Azoren-Insel Sao Jorge
►Die Fajã da Caldeira de Santo Cristo

Ankunft in Horta

Bei einem Spaziergang durch die Marina genießen wir die friedvolle Atmosphäre und bestaunen die hübschen kleinen Kunstwerke der Segler, die sich mit einem Gemälde an der Hafenmole in Horta verewigen. Hinter uns geht gerade die Sonne unter und taucht den majestätischen Pico-Gipfel auf der Nachbarinsel in ein melancholisches Licht. Wir laufen weiter zum Strand Porto Pim und entscheiden uns für die Empfehlung des Fahrers im Restaurant Genuino Essen zu gehen. Im ersten Stock geht es etwas ruhiger zu. Zum Glück wird gerade ein Tisch mit Blick auf die Bucht frei. Reservieren lohnt sich. Direkt gegenüber gibt es auch noch eine empfehlenswerte Tapas Bar, wo man auch draußen sitzen kann.

Unterwegs auf dem Wandelröschen-Weg

Obwohl das Hotel do Canal so zentral in Horta liegt, weckt uns Vogelgezwitscher. Die Zimmer mit Fenster zum Innenhof sind herrlich ruhig. Nach dem Frühstück auf der Hotelterrasse mit Pico-Blick beginnt unser Wanderabenteuer. Wir halten noch schnell bei einem kleinen Supermarcado und dann sind wir auch schon fast in dem kleinen Örtchen Capelo, wo es losgehen soll mit Tour Nummer 40 aus dem Rother - allerdings soll die Tour verlängert werden bis  Varadouro. Lt Beschreibung zweigt der Weg direkt nach der Kirche rechts ab und führt dann in Richtung Norden. Die Kirche ist schnell gefunden, aber es ist rätselhaft, welcher Weg nun gemeint ist. Nach ein paar hundert Metern gelangen wir auf den Weitwanderweg, der jetzt auch markiert ist. Also schon etwas gelernt. Der Startpunkt für diese Wanderung muss ein anderer sein.

Durch schattigen Lorbeerwald geht es aufwärts und wir erhaschen die ersten Ausblicke auf die Küste. Am Eingang zur Höhle Gruta do Cabeco do Canto packt uns zum ersten Mal die Entdeckerlust – aber ohne Taschenlampe macht es wenig Sinn… die muss also auch auf die Packliste. Der Gipfel ist recht unspektakulär und schon bald beginnt der Abstieg in Richtung Capelinhos. Statt weichem Waldboden führen nun hohe Stufen durch durch das Gelände. Stöcke wären eine feine Sache bei dieser Etappe – und bei vielen die noch folgen sollten. Nach einer kurzen Pause bei einer Vigia ist es nur noch eine halbe Stunde durch den inzwischen stark aufgeheizten Vulkansand und das Etappenziel für heute – das Besucherzentrum ist erreicht. Gerade startet eine Führung, die uns die Welt der Vulkane den Azoren näherbringt. Das kleine Cafe im Besucherzentrum lädt ein zur Mittagspause.

Anschließend gibt es die erste Möglichkeit zu Baden bei einem kleinen Naturschwimmbecken am  alten Hafen von Capelinhos, allerdings ohne Duschen oder Umkleiden…eine breite Schotterpiste führt immer an der Küste entlang, an einem Leuchtturm vorbei. Der Weg bietet keinen Schatten (Kopfbedeckung?) und nach knapp zwei Stunden erreicht man schließlich Varadouro. Jetzt ist ein Bad in den Naturschwimmbecken genau das Richtige. Die Badeanlage ist kostet keinen Eintritt. Duschen und Umkleiden sind vorhanden und es gibt sogar Rettungsschwimmer. Insgesamt ein perfekter Auftakt in  Punkto Weitwandern auf den Azoren.

Wunderbare Wanderwege und wilder Ingwer

Wir in Riberinha an der Kirche auf dem Weg PR 18 PIC, der offiziell schon in Calhau startet. In der kleinen Bar in der Dorfmitte kann man sich noch mit Wanderproviant eindecken bevor der Weg erst durchs Dorf und dann an Feldern und Weiden vorbei hinab zur Küste und später in einem Bogen wieder zurück ins Dorf führt. Der kleine Umweg durch das kleine Wäldchen zum Miradouro Alto dos Cedros lohnt sich. Der Ausblick auf die Küste ist spektakulär. Dann am Brunnen gilt es nicht der Hauptstraße zu folgen. Von nun an führt der Weg aufwärts in Richtung Hautptstraße. Nach einem Kilometer an der Straße ER1 führt der Wanderweg am Miradouro da Terra weiter als PR 07 PIC. Der nun folgende Weg durch lichten Wald ist eine willkommene Abwechslung und führt fast direkt vor das Restaurant Magma. Perfekt für eine erfrischende Pause auf der Aussichtsterrasse mit Meerblick. Frisch gestärkt folgt dann der Abstieg nach Santo Amaro. Interessierte können den kleinen Laden besuchen und auf die Jagd nach selbstgemachten Souveniers gehen oder die Werkstatt der Bootsbauer besichtigen. Die Öffnungszeiten sind unregelmäßig. Am kleinen Hafen kann man baden oder am Kiosk einkehren. Bei schönem Wetter lohnt es noch ein Stück weiter an der Landstraße bis Prainha – dem einzigen Sandstand auf der Insel Pico – zu laufen und sich dort abholen zu lassen. Wer nicht baden möchte, kann in der kleinen Strandbar auf den Shuttleservice warten.

Insgesamt rund 17 km zu wandern. Gehzeit ca. 6,5 Stunden

Gibt es einen Weg zum Weitwandern?

Am nächsten Tag wollten wir es wissen: Gibt es einen Weg von Prainha bis Sao Miguel Arcanjo bzw. weiter nach Sao Roque do Pico. Wir starten auf dem Rundweg und versuchen es dann einfach... es sah so vielversprechend aus... aber letztlich geht es nur durch Privatgrundstücke, Viehweiden, querfeldein und dann doch einige ewig lange Kilometer an der Straße. Also Fehlanzeige... das Pico Trekking funktioniert nur, wenn wir eine Lücke lassen. Wir beschließen stattdessen den Caminho dos Burros mit ins Wanderprogramm zu nehmen.

Die Besteigung des Pico ist ein Muss. Wir können die Tour bei gutem Wetter nur empfehlen. Sicher wird es Ihnen wird es auch so gehen wie uns. Dieser Berg zieht jeden in seinen Bann. Und man möchte auf das Dach der Insel.

Unsere Reissen zum Weitwandern auf den Azoren:

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24.12.2019 von Bettina und Peter

Reise-Bewertungen :

  5/5 (57 Bewertungen)

Dank der vorbildlichen Pico-Tours-Betreuung hatten wir einen wunderschönen Azoren-Urlaub trotz des Hurricane Lorenzo. Hierzu ein besonderes Dankeschön an Frau Hilser, die mit sofortigen Umbuchungen uns alle Umstände "aus dem Weg räumte" damit wir einen sorglosen Urlaub genießen konnten. Wir möchten Pico-Tours uneingeschränkt weiterempfehlen und werden künftig sicherlich mit Pico-Tours reisen. 

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